1939-45

[Photo: Vorbeimarsch deutscher Truppen auf dem Place de la Concorde in Paris, 1940]

[Broschüre: Kleiner Führer durch Paris, 1940]




Der Einmarsch in Paris
  (14. Juni 1940)


Nach dem Durchbruch durch die französische Verteidigungslinie entlang von Somme und Aisne erreichten starke Panzerverbände der deutschen Heeresgruppe B drei Tage nach Beginn der Schlacht um Frankreich am 8. Juni 1940 die untere Seine bei Rouen. Gleichzeitig stieß die Heeresgruppe A in Richtung Marne-Linie vor. Vor den unmittelbar auf Paris anrückenden deutschen Truppen zog sich die französische Regierung über Tours nach Bordeaux zurück. Auch Tausende Einwohner flüchteten aus der Metropole.

Auf Paris wurde die deutsche 18. Armee unter Generaloberst Georg von Küchler angesetzt. Nachdem sich das Armeeoberkommando 18 durch einen Unterhändler die Räumung der Stadt durch die französische
7. Armee hatte zusichern lassen, zogen die Wehrmachtsverbände am 14. Juni kampflos in das menschenleer wirkende Paris ein. Mit der Einnahme der gegnerischen Hauptstadt waren keine strategischen Ziele verbunden. Die Wehrmacht demonstrierte den sich abzeichnenden militärischen Triumph des Deutschen Reichs über Frankreich an symbolträchtigem Ort: Am Arc de Triomphe nahmen Küchler und der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B, Generaloberst Fedor von Bock, den Vorbeimarsch der 18. Armee ab. Allerdings fiel die Parade bescheidener aus, als sich dies Adolf Hitler wegen des außenpolitischen Prestiges wünschte. Soldaten und Panzerverbände wurden bis zur französischen Kapitulation noch immer auf dem Kriegsschauplatz benötigt.

Was die kaiserliche deutsche Armee in verlustreichen Schlachten des Ersten Weltkrieges vergeblich versucht hatte, gelang der Wehrmacht in knapp einem Monat. Kaum ein deutscher Soldat in Paris wollte es sich nehmen lassen, sich vor dem Eiffelturm, dem Wahrzeichen der Stadt, fotografieren zu lassen. Paris übte auch wegen der vielen Amüsiermöglichkeiten große Anziehungskraft auf deutsche Soldaten aus. Die Militärbehörden reglementierten den Besuch von Wehrmachtsangehörigen in der Stadt in den folgenden Monaten streng.

(as)


NS-RegimeII. WeltkriegNachkriegsjahreHome