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Vorprogramm
Der verliebte Sultan
D 1922, R: Theodor Leißner, Erich Stöcker 8’ · 35mm

Einführung: Annette Dorgerloh

Der von der Ufa-Kulturabteilung hergestellte Film Der falsche Prinz‚ „ein deutsches Märchen in morgenländischem Gewande“, steht am Beginn einer langen und erfolgreichen Reihe von Verfilmungen des gleichnamigen Kunstmärchens von Wilhelm Hauff, das im „Märchen-Almanach auf das Jahr 1826 für Söhne und Töchter gebildeter Stände“ publiziert wurde. Es war eingebettet in eine Rahmenerzählung mit dem Titel Die Karawane. Alle sechs Märchen dieser Sammlung, zu denen auch Die Geschichte vom kleinen Muck und Kalif Storch gehören, spielen im Orient; das Märchen vom falschen Prinzen ist die letzte dieser Geschichten.

Der Film handelt von dem ebenso begabten wie unzufriedenen Schneidergesellen Labakan, der sich zu Höherem berufen fühlt. Er nutzt den Auftrag des Sultans für die Umarbeitung eines Kaftans dazu, diesen selbst anzulegen und damit zu verschwinden. Das edle Gewand lässt ihn wie einen Prinzen wirken, und Labakan schmiegt sich immer erfolgreicher in diese Rolle, bis er das Spiel überdehnt und schließlich in seine Werkstatt zurückkehren muss – doch auch er wird letztlich in seiner angestammten sozialen Rolle glücklich und vermögend. Für die Dreharbeiten entstanden Studiobauten, die den Reiz des Orients in den diversen Handlungsorten – von der Schneiderwerkstatt bis zum Hof des Sultans – visuell überzeugend umsetzen. Leider sind nur zwei der drei Akte des Stummfilms erhalten; der zweite Akt lässt sich jedoch anhand der durch die Zensurkarte überlieferten Zwischentitel gut nachvollziehen. (Annette Dorgerloh)