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Einführung: Patrick Holzapfel

Jemand hat mit Kreide „Es war sehr schön hier“ an eine Wand gekritzelt. Dann mussten alle weg. Schichten von Zeit und Raum und Erde lagern sich ab über Häuser und gelebte Existenzen. Kurt Tetzlaffs große, melancholische Klage über die Zerstörung der Natur beginnt mit einer Kirche, die im Erdboden versinkt. Über drei Jahre hat der Regisseur in den Dörfern südlich von Leipzig gedreht, die für die Braunkohle Platz machen mussten. Menschen, die ihr Haus verlassen müssen, schauen verbittert in die Kamera und sagen nicht, was sie denken. Die Geburt eines Kindes ist das wenig glaubhafte Bild für einen möglichen Neuanfang in der Umsiedlung. Bei Alex Gerbaulet ist es dagegen ein Ableben, der Tod ihrer Mutter, das die Bilder der fortschreitenden Zeit durchdringt. Die Filmemacherin verwebt in Schicht Salzgitter, eine schrumpfende Stadt in Niedersachsen, mit ihrer Familiengeschichte und zeigt ebenso wie Tetzlaff, dass wir alle in Schächten leben, die jederzeit zugeschüttet werden können. (ph)

Schicht


D 2015
DCP
OmeU

R/B: Alex Gerbaulet, K: Alex Gerbaulet, Smina Bluth, Schnitt: Philip Scheffner, 29’

Erinnerung an eine Landschaft


DDR 1983
35mm

R: Kurt Tetzlaff, B: Kurt Tetzlaff, Joachim Niebelschütz, K: Karl Farber, Eberhard Geick, 84’