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Spielbank-Affäre

Spielbank-Affäre DDR/SE 1957, R/B: Arthur Pohl, K: Joachim Hasler, M: Martin Böttcher, D: Gertrud Kückelmann, Jan Hendriks, Rudolf Forster, Peter Pasetti, Willy A. Kleinau, 90’ · DCP der Originalfassung in Totalvision FR 17.05. um 20 Uhr · Eröffnung der Retrospektive Nach dem ideologisch bedingten Niedergang ihrer Produktion Anfang der fünfziger Jahre wollte die DEFA in der Mitte des Jahrzehnts wieder Filme für ganz Deutschland, am besten gleich für den Weltmarkt schaffen. Ein Stoff des mit dem Metier vertrauten Hans von Oettingen über das Spielcasino eines westlichen Kurorts, welches zum Objekt von Intrigen windiger Finanzjongleure wird, schien Spannung, interessantes Milieu und gewünschte politische Botschaft miteinander zu verbinden. Durch eine Kooperation mit einem westdeutschen Partner (der offiziell seine schwedische Firma agieren ließ) kam zudem viel westliche Prominenz vor die Kamera. Allerdings erging es dann den erklärten Feinden des Westens so, wie es schon 1939 in Ernst Lubitschs Ninotschka gezeigt worden war: Unversehens erlagen sie den Reizen des Kapitalismus und der Attraktivität des Ambientes, in dem sich das gehobene Bürgertum bewegt. Das fand zumindest die DDR-Zensur, die den teuren Film nur verstümmelt und vor allem in Schwarzweiß und Normalformat zuließ, woraufhin es zum Bruch mit dem West-Berliner Arthur Pohl, der der DEFA bis dahin treu gedient hatte, kam und unter anderem der Kameramann Joachim Hasler seinen Namen zurückzog. Im Westen lief der Film, ebenfalls unsinnig gekürzt, unter dem Titel Parkplatz zur großen Sehnsucht. Hier wird die prachtvolle Originalfassung in Farbe und Scope gezeigt, die seinerzeit nirgends zu sehen war. (gym)