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Einführung: Grit Lemke

Trachten und Bräuche sind neben der Sprache die wichtigsten Distinktionsmerkmale des Sorbischen, aber auch Gegenstand einseitiger Stereotypisierung. Immer wieder haben Kulturfilme sorbische Rituale möglichst detailgetreu dokumentiert, etwa in den 1930er Jahren das Anputzen einer Patin, einen Tauf- oder Kirchgang. Der Verwendung überlieferter Techniken beim zentralen Brauch des Verzierens von Ostereiern widmet sich Maria Hohnstein – die einzige Regisseurin eines DEFA-Films mit sorbischer Thematik – 1954 mit ethnographischer Akribie.

Die klassische ethnographische Dokumentation Die Folklore der Schleifer Region aus dem Jahr 1989 begreift die Kultur der Sorben weniger als Lebenswelt, denn als ein folkloristisches Element der „sozialistischen Menschengemeinschaft“. Der Streifzug durch sorbisches Brauchtum in der Mittellausitz bemüht sich um Vollständigkeit und ist auch ein Dokument des Beharrungsvermögens sorbischer Kultur. Der Experimentalfilm JAJO und das Musikvideo Družki veranschaulichen, wie feministische Kunstkollektive heute sorbisches Brauchtum gegen den Strich bürsten und neu interpretieren. (grl)

Trachten der Oberlausitz


D 1937
Digital SD

R: Hans Retzlaff, 8’ · stumm

Šnórki – dudy – kantorki – Slepjanska ludowa kultura


DDR 1989
Digital HD

R: Martin Slivka, Toni Bruk, B: Martin Slivka, K: Michael Börner, 29‘ · sorbische Fassung mit englischen Untertiteln

JAJO


D 2020
DCP

R/B: THRUSH, K: Will Hamilton, 20‘ · sorbische Fassung mit deutschen Untertiteln

Družki


D 2020
Digital HD

R/B/K: Kolektiw Klanki, 6’ · sorbische Fassung mit englischen Untertiteln