Der Wettbewerb zum Erweiterungsbau des Reichstags und die Neugestaltung des Platzes der Republik 1929 Im Herbst 1927 schrieb die Reichstagsverwaltung
einen Wettbewerb für einen Erweiterungsbau des Reichstagsgebäudes
aus. Der Bau sollte auf einem etwa dreieckigen Grundstück nördlich
des Reichstags errichtet und mit dem Reichstag durch eine Brücke
über den 32 Meter breiten " Reichstagsplatz" verbunden
werden. Die Jury kam zu dem Ergebnis, daß keiner der 278 eingesandten
Entwürfe ausgeführt werden sollte; es wurde deshalb kein erster,
sondern mehrere zweite, dritte und vierte Preise vergeben. Gustav Lampmann
wies im "Zentralblatt der Bauverwaltung" darauf hin, daß
das Ergebnis des Wettbewerbs deutlich gemacht habe, " daß die
Festlegung der Platzgestaltung am Reichstag jeder Einzelbebauung vorausgehen
müßte." Es scheint, als habe nur der Entwurf der Gruppe
Klophaus/zu Putlitz einen Vorschlag in dieser Richtung gemacht.
Trotz dieses Ergebnisses gelang es wohl Martin Wagner, dem Stadtbaurat von Berlin, erst in letzter Minute, bei der Ausschreibung eines zweiten Wettbewerbs im Frühjahr 1929 den Passus in den Ausschreibungstext aufnehmen zu lassen, daß es den Teilnehmern "anheimgestellt" werde, "Vorschläge für die Gesamtplatzgestaltung zu machen". An diesem Wettbewerb nahmen die Preisträger des ersten Wettbewerbs und acht persönlich geladene Architekten, unter ihnen Hans Poelzig, teil. Mit einem ersten Preis wurde die Gruppe Emil Fahrenkamp/H. de Fries ausgezeichnet, mit einem zweiten Preis die Gruppe Georg Holzbauer/Franz Stamm, die Hugo Härings Idee einer Straße der Republik zwischen Reichstagsgebäude und Reichspräsidentenpalais im Park von Schloß Bellevue aufnahm. Hans Poelzigs Entwurf, der sich von seinem Ausstellungsbeitrag von 1927 grundsätzlich unterschied, wurde zwar in engere Wahl gezogen, aber "leider |
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