Wald - Gewalt
Der Wald im Nationalsozialismus
Die 1919 im Versailler Vertrag festgelegten Holzlieferungen und die französische Besetzung waldreicher Gebiete verstärkten bei vielen Deutschen den Glauben, der »Erbfeind« ziele mit allen Mitteln auf die Auslöschung des Reiches. Im gleichen Zeitraum gewann eine alte Idee an Bedeutung, deren Verkünder den Wald als »Erzieher« empfahlen.
Diese im 19. Jahrhundert entwickelte »Walderziehung« gründete auf der Vorstellung einer »Waldgemeinschaft«. In ihrer vermeintlich »artgemäßen« Vegetation, bestimmt durch »Auslese« und das »Recht des Stärkeren«, sollte sie zum Modell einer Gesellschaft werden, in der Ungleichheit und Ausgrenzung den Alltag bestimmten.
In ihren Programmen und auch in ihrer Herrschaft seit 1933 griffen die Nationalsozialisten auf solche Konzepte zurück: Der Wald wurde zum Vorbild für die »Volksgemeinschaft«. Er diente als quasi naturrechtliche Legitimation für den Rassenwahn und für die Besatzungs- und Vernichtungspolitik gegen alle »Waldfeinde«, besonders gegen Juden und Slawen.